On our way to L.A.

Tag 49 – 55 (22.08.2016-28.08.2016) Eine Woche kurz vor Los Angeles
Wir brechen mal wieder unser Zelt ab und folgen unserer Route gen Los Angeles. Die letzten Recherchen haben uns zu dem Schluss gebracht, dass wir es uns kurz vor LA noch mal gemütlich machen werden. Denn eine ganze Woche LA wollen wir uns nicht leisten. Doch bevor wir uns ein Quartier suchen, verbringen wir ein paar schöne Stunden in Santa Barbara. Wir schlendern an der endlos wirkenden Strandpromenade entlang, machen einen Abstecher auf den Pier, der komplett aus Holz besteht und wie wir erfahren schon einige Male abgebrannt ist. Auf dem Pier gibt es unzählige Restaurants und kleine Souvenier Shops. Es herrscht ein gemütliches Treiben und wir schauen am Ende der Piers ein paar Anglern bei ihrer Tätigkeit zu. Entspannt schlendern wir zurück und entscheiden uns spontan mit der kleinen Bimmelbahn durchs Städtchen zu fahren. Wir finden es wirklich hübsch hier. Nach 2 Stunden ist unsere Parkzeit abgelaufen und wir fahren weiter. Die unverändert schlechte Campingplatz Situation bringt uns Nahe des Örtchens Ventura wieder ein Stückchen ins Landesinnere. An einem Trinkwasserreservoir namens Lake Casitas finden wir den größten und leersten Campingplatz den wir je gesehen haben. Wir suchen uns einen der gut 500 Stellplätze mit Seeblick aus. Die Stellplätze sind so groß, das eine 10 köpfige Familie hier ausreichend Platz finden könnte. Ist halt alles ein bisschen größer hier in diesem Amerika. Für die nächsten 4 Nächte teilen wir uns einen ganzen Loop mit gut 20 Stellplätzen mit 2 Familien. Doch über das Wochenende soll es voll werden, wir können uns kaum vorstellen, dass das wirklich stimmt. Aber wir werden es ja sehen, am Freitag müssen wir auf einen anderen Platz umziehen, da es bereits eine Reservierung für unser nettes, schattiges Plätzchen mit Seeblick gibt. Wir genießen die Tage am Lake Casitas sehr. Endlich brauchen wir nicht mehr nach einer Bleibe suchen und können nach Lust und Laune kleine Tagesausflüge planen. Doch erstmal bleiben wir einen Tag am See und genießen den Sonnenschein. Vertreiben uns die Zeit mit süßem Nichtstun. Am nächsten Tag zieht es uns in die Stadt, wir suchen die örtliche Bibliothek auf, arbeiten an unserem Blog und erledigen unsere Einkäufe in Ventura. Am nahegelegenen Strand verbringen wir erholsame Stunden und haben Spaß mit den großen Wellen des Pazifiks. Auf Grund der Empfehlung eines jungen Mannes, der seinen „Sick-Off-Day“ gechillt mit seinen Freunden und ein paar Dosen Bier am See verbringt, nehmen wir unser Mittagessen in dieser Woche gleich 2 Mal in einem In and Out Burgerladen ein. Wow, der Burger „Animal Style“ (mit gebratenen Zwiebeln, Tomate und Salat) ist sogar richtig lecker. Fast vergeht uns der Appetit als wir eine unermesslich umfangreiche Frau dabei beobachten wie sie versucht an den fest montierten Stühlen Platz zu nehmen. Sie schafft es nicht, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes zu fett ist. Statt auf ihren „sicherlich wohl verdienten“ Burger zu verzichten, nimmt sie kurzerhand am Behindertentisch Platz den dieser hat einen flexibel verschiebbaren Stuhl. Gut dass wir unseren Burger bereits verspeist haben, als wir Zeuge dieses Schauspiels werden durften.
Die letzten 2 Nächte verbringen wir dann auf einem anderen Stellplatz. Von hier aus sind es unglaubliche 3 Meilen bis zum Eingang des Platzes. Und tatsächlich, am Wochenende wird es wirklich voll. Nahezu alle Plätze sind belegt. Nach einer guten Woche am Lake Casitas, in dem man übrigens nicht Schwimmen darf, weil er ein Trinkwasserreservoir ist, aber gegen stinkende und laute Motorbote ist scheinbar nichts einzuwenden. Willkommen im Land der Widersprüche!
Doch unsere Zeit in diesem Land neigt sich so langsam dem Ende zu. Am Sonntag den 28.08.16 verlassen wir unseren Campingplatz und machen uns auf den Weg nach LA. Doch bevor es wirklich losgehen kann suchen wir noch eine Möglichkeit wo wir unsere nun überflüssig gewordene Campingausrüstung spenden können. Denn Utensilien wie unsere große Luftmatratze, unsere Stühle und das ganze Kochequipment werden wir nicht mit in den Flieger nach Lima nehmen. Gesagt gespendet und weiter geht’s zum Venice Beach.
Nach einer endlos scheinenden Parkplatzsucher, ergattern wir sogar einen kostenfreien Platz für 2 Stunden, was für ein Glück!
Willkommen auf dem Jahrmarkt der Unterschiedlichkeit. Von durchtrainierten Körpern am Muscle Beach über bunte, schräge Gestalten, bis hin zu ganz normalen unscheinbaren Menschen begegnen uns hier sämtliche Geschöpfe der Erde. Halbnackte Frauen, die für die Freiheit ihrer Brüste demonstrieren, existieren hier friedlich neben streng Gläubigen, die für Zucht und Ordnung werben. Jede Menge Straßenverkäufer bieten ihre teils skurrilen Waren an. Ein junger Mann verkauft Witze für einen Dollar und in einem Meer aus Flaggen kann man die seines Landes suchen und ggf. auch nicht finden, wie z.B. die deutsche Fahne.
Wir schlendern staunend die Promenade auf und ab und können gar nicht genug dieser bunten teils wundersamen Eindrücke in und aufnehmen, ehe die 2 Stunden vorüber sind und wir weiter ziehen.
Am frühen Abend finden wir unser Hotel in der Nähe des Flughafens und checken ein. Gar nicht mal so schlecht für ein billiges Flughafenhotel finden wir und freuen uns auf 2 Nächte im richtigen Bett. Der Hunger treibt uns nochmal vor die Tür, jedoch merken wir schnell, dass wir uns in diesem Viertel nicht länger als nötig in der Dämmerung aufhalten wollen. Im Paradies der Fastfoodketten fällt uns die Auswahl schwer. Schließlich entscheiden wir uns für eine räudige Riesenpizza mit 1L Softdrink für knappe 10 Dollar, „kein Wunder, dass hier alle so fett sind“ und verschwinden schnell wieder in unser Hotelzimmer. So langsam haben wir wirklich genug von diesem Fastfood-Scheiss.

 

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