Bariloche zurück nach Mendoza

Von Bariloche zurück nach Mendoza 23.11 -25.11.2016 Tag 138- 140
Unser heutiges Etappenziel heißt „Wir schauen mal wie weit wir kommen“. Denn klar ist, wir wollen in 2 Tagen in Mendoza sein und unser Auto abgeben. Also fahren wir erholt am Morgen los und schauen halt mal wie weit wir kommen und wo wir einen Campingplatz finden. Die kurze Fahrpause hat gut getan! Jedoch freuen wir uns wirklich darauf unser Auto endlich wieder abzugeben und wieder mit anderen Verkehrsmitteln zu reisen. Wenn wir in Mendoza ankommen haben wir gut 9.000 km auf dem Buckel für 28 Tage wirklich mehr als ausreichend. Nach gut 520 km reicht es uns für den heutigen Tag. Wir haben unterwegs noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft, gerade soviel, dass es für die nächsten beiden Male Abendessen und Frühstück ausreicht. Unterwegs sind wir in wirklich hübschen kleinen Orten vorbei gekommen, die uns zu der ein oder anderen kurzen Fotopause eingeladen haben. Unser Tagesetappenziel heißt Las Lajas und liegt direkt an der Routa 40. Wir finden unseren Campingplatz für 12 EUR die Nacht und sind mal wieder die einzigen Gäste. Wir fragen uns wann denn wohl die Campingsaison beginnt, denn der Campingplatz ist wie so oft leer. Aber super gut gepflegt und mit den besten Sanitären Anlagen ausgestattet, die wir bisher in ganz Argentinien und Chile gesehen haben.
Kurz nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben und unsere Nudeln schon fröhlich vor sich hin kochen, kommen doch noch 2 Gäste. Ein VW Westfalia mit deutschem Kennzeichen. 2 Jungs springen heraus, haben ruckzuck ihr Nachtquartier aufgestellt und kochen sich nun ebenfalls was zum Abendessen. Wir sind neugierig wo die 2 wohl her kommen und wie sie das Auto nach Süd Amerika bekommen haben. So machen wir uns nach dem Essen mit einer Flasche Wein auf den Weg uns vorzustellen. David und Julius kommen aus der Nähe von Frankfurt, bzw. aus Köln und sind seit einigen Wochen in Argentinien unterwegs. Ihr Auto haben sie in Deutschland gekauft und rüber schiffen lassen. Was nach ihrer halbjährigen Reise durch Süd- und Mittelamerika mit dem Auto passieren wird ist den Beiden noch nicht ganz klar. Jetzt sind sie erstmal auf dem Weg nach Ushuaia und so können wir sie mit ein paar Tipps und der ein oder anderen Info versorgen. Wir quatschen den ganzen Abend, bis die Flasche Wein geleert ist und wir uns langsam in unsere Schlafsäcke verkrümeln.
Was für ein netter Abend. Am nächsten Morgen bieten wir den beiden jegliche Utensilien auf die wir für unseren letzten Campingabend verzichten können an. Da sie selbst schon bestens ausgestattet sind, können sie nicht viel gebrauchen. Jedoch freuen sie sich sehr über die Mittel- und Südamerika Reiseführer. Wir freuen uns ihnen eine Freude gemacht zu haben und schon etwas von unserem überschüssigen Gepäck losgeworden zu sein. Wir wünschen Julius noch alles Gute zu seinem 23. Geburtstag, wünschen eine gute Reise und verabschieden uns. Die Jungs ziehen weiter gen Süden und wir weiter gen Norden auf unsere vorletzte Etappe nach Malargüe.
Hier hatten wir schon am 2. Tag unserer Hinreise Mittagspause gemacht. Der Campingplatz ist uns von David und Julius empfohlen worden, denn hier hatten sie zuvor übernachtet. Nachdem wir routiniert alles zusammengepackt haben geht es also los und wieder gute 520 km später erreichen wir den Campingplatz Municipal von Malargüe. Wir sind erstaunt, denn die Nacht hier kostet nur umgerechnet 3 EUR das ist abgesehen von dem Umsonst-Campingplatz an unserem 1. Grenzübertritt vor knapp 4 Wochen mit Abstand der günstigste Platz unserer Reise. Auch diese Platz ist gut gepflegt und bestens vorbereitet für die anstehende Saison. Noch nicht alle Tische und Bänke sind frisch gestrichen, aber das wird sicher noch in den nächsten Tagen passieren. Hier gibt es sogar ein WLAN am Hauptgebäude. Wir checken also unsere Mails und senden das ein oder andere Lebenszeichen in die Heimat. Unsere letzte Campingmahlzeit ist schnell gekocht und unser Zelt mit wenigen Handgriffen vorerst zum letzten Mal aufgebaut. Ein bisschen wehmütig, dass wir auf diesem Trip nur so wenig campen konnten schlafen wir hervorragend ein letztes mal in unseren dicken Schlafsäcken.
Am nächsten Morgen heißt es packen. Wir sortieren alles aus, was wir nicht mehr gebrauchen können und packen nach knappen 4 Wochen wieder unsere Rucksäcke. Die dicken neuen Schlafsäcke geben dem Rucksack ein extra großes Volumen. Doch am Ende kriegen wir alles verstaut und sind gespannt wie schwer unsere Rucksäcke diesmal sind. Wir trennen uns nun endgültig von unseren alten Schlafsäcken, der Isomatte, die ich nun knapp 5 Monate ungenutzt mit mir rumgeschleppt habe und div. Koch- und Campingutensilien. Am Ende liegt der ganze Tisch voll von Sachen, die wir nicht mehr brauchen. Da heute die restlichen Tische und Bänke gestrichen werden, frage ich kurzerhand die Malermeister ob sie Interesse an unseren Sachen haben. Ohne zu zögern und mit einem breiten Grinsen im Gesicht stürzen sie sich regelrecht auf unsere Sachen. Sie freuen sich wie kleine Kinder an Weihnachten und ehe wir uns versehen sind wir wirklich restlos alles losgeworden. Erleichtert und ebenfalls glücklich steigen wir in unser Auto und nehmen unsere letzte Etappe von gut 420 km in Angriff.
Doch bevor es wirklich losgehen kann, wollen wir unser Auto noch ein bisschen waschen und vor allen Dingen von innen reinigen. Schliesslich wollen wir bei der Übergabe keine unnötigen Fragen aufkommen lassen. Also suchen wir uns die nächste Waschanlage, machen kurz Klarschiff und schon gehts los Richtung Mendoza.
Ohne Zwischenfälle erreichen wir Mendoza am frühen Abend. Der Verkehr ist die Hölle und so geben wir unser Auto nach einem kurzen Stopp am Busbahnhof direktem Wege ab, ohne vorher unser Hostel aufzusuchen. Marius ist um jeden Meter den er in dieser Stadt nicht fahren muss dankbar. So krass hatten wir das nicht in Erinnerung. Wahrscheinlich sind wir mitten in die Rushhour gerauscht. Am Busbahnhof holen wir uns ein Ticket nach Santiago de Chile für den nächsten Tag um 10 UHr. Schnell noch ein letztes Mal voll getankt und ehe wir uns versehen, haben wir den Wagen ohne Probleme zurück gegeben. Erleichtert und zufrieden steigen wir ins nächste Taxi und lassen uns zu unserem Hostel bringen. Im Anschluss gehen wir noch eine Kleinigkeit Essen und fallen glücklich und zufrieden in unserem doch leicht schäbigen Hostel ins Bett.

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